Auenlandschaft

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Projekt

Auenlandschaft

Thema

Renaturierung des Natorper Baches und der Errichtung einer Auenlandschaft

Auftraggeber

Gemeinde Holzwickede

Bausumme (brutto)

530.000 €

Projektbeschreibung

1. Veranlassung
Im nördlichen Teil der Gemeinde Holzwickede kam es im Bereich Krummer Weg / Natorper Straße bei großen Niederschlägen zu Überschwemmungen des Natorper Baches. Die angrenzenden privaten Grundstücke und der Krummer Weg wurden überflutet. Durch die fortschreitende Ausweisung des Gewerbegebietes, nördlich der Bundesautobahn A 44, kam es zu den erhöhten Regenwassermengen. In dem Konzept zur naturnahen Entwicklung des Holzwickeder Bach-Systems (LANDSCHAFTSÖKOLOGIE UND UMWELTPLANUNG 2002), zu dem der Natorper Bach gehört, wurde für diesen Bereich eine Regenrückhaltung gefordert.
Als Regenrückhaltung kam kein starres Betonbecken oder ein Erdbecken in Frage, sondern in Absprache mit der Gemeinde Holzwickede und dem Kreis Unna wurde die Variante einer Auenlandschaft favorisiert. Diese wurde geplant, genehmigt und im Sommer 2008 gebaut.
Die Auenlandschaft liegt südlich der Bundesautobahn A 44. Sie dient zum einen als Retentionsraum bei Niederschlagsereignissen und darüber hinaus soll eine Verbesserung bzw. ökologische Aufwertung der brach liegenden Wiesen erreicht werden. Mit der Realisierung der Auenlandschaft wurde im gleichen Zuge der Natorper Bach renaturiert und naturnah Ausgebaut.

2. Kurzbeschreibung der Maßnahme
Der Natorper Bach sowie ein Graben, der in den Natorper Bach mündet, fließen durch die Auenlandschaft. Die Bäche wurden nur leicht vorprofiliert und die weitere Ausformung der Bäche bleibt der gestaltenden Kraft des Wassers überlassen. In der Auenlandschaft entstanden kleine Vertiefungen, die mit Wasser dauerhaft eingestaut sind. Die Böschungen der Aue wurden mit wechselnden Neigungen und weichen Übergängen gestaltet und im Anschluss mit Rasen ein gesät, um der Bodenerosionen vorzubeugen. Laut dem Landschaftspflegerischen Begleitplan wird die Aue mit standortheimischen Bäumen und Sträuchern der Waldflora begrünt.


Um das Wasser zurückzuhalten wurde das Bachprofil eingeengt, die Sohlbreite des Baches wurde verkleinert und die Böschungsneigungen wurden steiler. In diesem Bereich wurde ein Baumstamm waagerecht über den Bach gelegt. Dieser ragt in die Böschung ein und wird an den Rändern mit Pfahlreihen und Holzbohlen fixiert. Die Böschungen im Bereich der Einengung werden mit Wasserbausteinen gesichert.
Die Querung unter dem Krummen Weg wurde ebenfalls erneuert. Der vorhandene Durchlass (Betonrohr DN 500) wurde ersetzt durch ein U-Profil aus Betonfertigteilen (lichte Innenmaße| 1,20 m x 1,20 m). Das Profil erhielt in der Sohle eine 20 cm starke Schicht aus einem Bodensubstrat um eine Wanderung von Amphibien zu ermöglichen. Das Kastenprofil ist nach oben offen damit Tageslicht einfallen kann. Die Öffnung des Kastenprofils ist mit einem befahrbaren und gesicherten Gitter abgedeckt. Im Bereich Krummer Weg / Duchlass wurde der Weg mit einer Stahlschutzplanke und zum privaten Grundstück mit einem Zaun gesichert.

Eckdaten des Projektes

Gesamtfläche 87.600 m²
benötigte Fläche 6.300 m²
benötigtes Rückhaltevolumen 3.800 m³
Ober- bzw. Mutterboden abschieben 15.000 m²
Oberbodenmieten herstellen 5.400 m³
Boden ausheben, Auenlandschaft 14.500 m³
Boden ausheben, Gräben 1.500 m³
Böschungsflächen herstellen 5.000 m²
Erdwall anlegen 2.500 m³
Wasserbausteine liefern und versetzen 560 m²
Stahlbeton U-Profil 1,20 m im Lichten 10 m